Kirchplatzfest

Mitarbeiter der Kirchengemeinde in historischen Kostümen

Mitarbeiter der Kirchengemeinde in historischen Kostümen

„Das Wetter war ein echtes Geschenk und eine Gebetserhörung“, war aus dem Mund vieler Mitarbeiter zu hören. Nachdem ein schneidend kalter Wind dem letzten Kirchplatzfest doch einigen Abbruch getan hatte, war diesmal das ruhige und warme Herbstwetter eine richtige Wohltat und es entstand eine ganz zauberhafte und gelöste Stimmung rund um den Kirchplatzbrunnen.
„600 Jahre Martinskirche“ hieß das Motto und die Kirchengemeinde ließ sich einiges einfallen, um diesem Motto gerecht zu werden. Sigrid Maute aus Balingen trat als Märchenerzählerin auf und faszinierte Kinder und Erwachsene mit ihrer Mimik und ihrer Stimme. Die Kinder lauschten fasziniert auf die alten Geschichten, von denen manche sagen, sie wirken Wunder. Selbst auf den Gesichtern der Erwachsenen war ein seliges Lächeln zu sehen, wurden sie doch in die ferne Kindheit zurückversetzt.
 
Auch Bernhard der Gaukler hatte seinen Auftritt mit Piratengeschichten und faszinierender Jonglage. Altes Handwerk fand ebenso seine Bewunderer wie die farbigen Kostüme, in die etliche der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschlüpft waren, um den historischen Charakter des Festes zu unterstreichen. Der Schmied mit einer fahrbaren Esse fand regen Zulauf. Vor der Spinnerin bildete sich eine interessierte Traube von Menschen und löcherte mit Fragen. Die Schappelmacherin stellte ihre Hochzeitskronen und Puppen zur Schau. Natürlich genoss mancher den heimischen, frisch gepressten Most aus der historischen Mostpresse, die von Mitgliedern des Heimat- und Museumsvereins bedient wurde. Als unerwarteter kulinarischer Höhepunkt stellte sich jedoch ausgerechnet der Holzbackofen heraus, in dem Dank Bäcker Reindl unglaublich leckere „Dinnede“ hergestellt werden konnte. Wer nicht weiß, was „Dinnede“ ist: Auf einem kleinen Teigfladen wird saure Sahne oder Schmand mit Zwiebeln und Speckwürfeln verstrichen und herausgebacken. Wer es lieber süß mochte, versuchte es mit Zucker und Zimt, was genauso gut schmeckte. Karl Ziegler, der den Backofen schürte, sah am Ende im Gesicht aus wie ein Kaminfeger, so sehr war er von seiner Tätigkeit in Anspruch genommen.
 
Stadtkapelle, Liederkranz, Posaunenchor und Chor der Martinskirche sowie die Kindergartenkinder setzten die musikalischen Akzente.
 
Schließlich brachte die Wasserschöpfaktion der Konfirmandengruppe noch einmal richtig Schwung ins Fest. In weniger als sieben Minuten schöpften dreißig Konfis mit Joghurteimern drei Wäschezuber voll Wasser bis zum Überlaufen. Hinterher waren nicht nur die Zuber voll, sondern auch etliche der Läufer patschnass, ein toller Spaß sowohl für die Zuschauer als auch für die Akteure.
 
Bei der Dankandacht in der Martinskirche, die traditionell das Kirchplatzfest beschließt, brachte Pfarrer Siegfried Schanz seinen Dank gegenüber Gott, aber auch allen Helfern und Gästen über das gelungene Fest zum Ausdruck.









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