Stätten der Reformation

Teilnehmer der ökumenischen Studienreise vor dem Erfurter Dom
„Ohne Ökumene geht es nicht mehr,“ zogen Pfarrer Siegfried Schanz und Pfarrer Franz-Josef Konarkowski die Bilanz einer ökumenischen Studienreise, die evangelische und katholische Kirchenmitglieder zu den Stätten der Reformation führte. Besonders erfreut zeigten sich die beiden Geistlichen über den guten Umgang miteinander und die geistliche Gemeinschaft unter den Teilnehmern.
Zunächst führte die Reise nach Eisenach, wo man dem jungen Luther als Schüler im Haus der Verlegerfamilie Cotta begegnete. Höhepunkt einer Führung durch die nahe gelegene Wartburg war natürlich die Besichtigung der Lutherstube, in welcher der Reformator in nur zwölf Wochen das Neue Testament übersetzte. Hinreißend fanden die Mitreisenden aber auch die Mosaiken von der heiligen Elisabeth und den Festsaal, in dem die deutsche Demokratiebewegung 1817 ihren Anfang nahm.
Beim Besuch des Erfurter Doms erhielt die Gruppe durch die Domführerin einen lebendigen Einblick in die aktuelle kirchliche Situation der Stadt, in der ohne Ökumene tatsächlich nichts mehr geht.
Die katholischen Wurzeln Martin Luthers wurden dann wieder im Augustinerkloster sichtbar: seine Mönchszelle und der Ort, an dem er als Priester seine erste Eucharistiefeier leitete.
In Weimar besuchte die Reisegruppe außer der Luthergasse natürlich auch die Gedenkstätten der deutschen Klassik.
Ein ganzer Reisetag war der Lutherstadt Wittenberg gewidmet. Im Wohnzimmer von Martin und Käthe Luther spürte man den Geist der Reformation wehen und maß anhand seines Talars auch die leibliche Größe des berühmtesten Gelehrten der Stadt. In der Schlosskirche, wo Luther seine 95 Thesen anschlug, liegt er heute direkt unter der Kanzel begraben.
Bei einem Aufenthalt in Gräfenhainichen, dem Geburtsort von Paul Gerhard, einem der bedeutendsten evangelischen Liederdichter, stimmten die Reisenden einige seiner schönsten Lieder an.
Zum Schluss stattete die Gruppe dem KZ Buchenwald einen Besuch ab und spürte auf bedrückende Weise den Schrecken dieses Ortes. Besonders eindrucksvoll empfanden viele die Arrestzelle von Pfarrer Paul Schneider, aber auch von katholischen Geistlichen, die hier für ihren Glauben das Leben gelassen haben.



