Schätze im Pfarrarchiv

Altarbibel von 1729

Altarbibel von 1729


1. Eine Altarbibel von 1729
An unserem erstem Tag beim Gemeindepraktikum zeigte Pfarrer Schanz uns eine Altarbibel. Sie ist sehr groß und wiegt 12 kg! Sie wurde 1729 in Tübingen gedruckt. An der Seite hat sie eine Schnalle. Um sie zu öffnen, musste man kräftig auf das Buch schlagen. Daher kommt der Ausdruck „ein Buch aufschlagen“.

Der Titel des Buches ist zweifarbig gedruckt und eine Seite lang.
Er lautet: Biblia. Das ist die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testamentes nach der Übersetzung und mit den Vorreden und Randglossen Dr. Martin Luthers mit neuen Vorreden, Summarien, weitläufigen Parallelen, Anmerkungen und geistlichen Anwendungen und Gebeten auf jedes Kapitel: wobei zugleich nötige Register und eine Harmonie des Neuen Testaments beigefügt sind.
 
Auf der ersten Seite ist ein großes Schwarzweiß-Bild.
Es stellt Gott im Himmel dar, die Arche Noah, Propheten, Adam und Eva mit der Schlange im Paradies, Mose mit den Gebotstafeln, König David mit der Harfe, einen Priester, der auf der Bundeslade sitzt und ein Weihrauchfass in der Hand hat. Gott im Himmel ist umgeben von einem Löwen, einem Stier, einem Adler und einem Engel. Der Heilige Geist schwebt in Form einer Feuerflamme über ihm. Der Fuß Gottes steht auf einem Totenschädel, was bedeutet: Er besiegt den Tod.

Wenn man weiterblättert, findet man Bilder von Jerusalem, wie die Menschen sich früher die Stadt und den Tempel vorgestellt haben. Nummern dienen der Erklärung, was zu sehen ist. In der Mitte ist ein Tempel. Außen herum befindet sich eine Mauer. Um das Bild von Jerusalem herum sind Gegenstände aus dem Tempel dargestellt: Die Schaubrot-Tische, die Bundeslade, zwei Priester, der Opferaltar, die Stiftshütte (als Vorgängerin des Tempels), die Leuchter, und eine Innenansicht des Tempels.
 
Die Altarbibel ist in der Luther-Sprache geschrieben. Das Neue Testament hat 582 Seiten, das Alte Testament hat 1248 Seiten.
 
2. Ein altes Gesangbuch von 1750
Auf der ersten Umschlagseite sind alle Besitzer dieses Buches verzeichnet.
Der erste Besitzer: Jakob Schray, unbekannt, woher er kam, er war Lehrer, seine familiäre Herkunft liegt im Dunkeln, hat hier in Dornstetten eine Familie gegründet,
Sein Sohn: Johannes Schray, war Färber und Schütz, von 1725-1772
Dessen Sohn: Georg Friedrich Schray, war Färber und Lehrer, 1745-1787
Dessen Witwe ist mit 68 Jahren 1817 nach Russland ausgewandert.
Jakob Schray, war Feldmesser und Lehrer, 1770-1818. Er ist am 30.3.1818 in der Nagold ertrunken. War ohne männliche Nachkommen.
Danach wurde das Gesangbuch vermutlich dem Pfarramt übergeben.
Da die Lehrer in früheren Zeiten Organisten und Chorleiter waren, mussten sie auch ein Gesangbuch besitzen. Das Gesangbuch ist 35 cm hoch und 21 cm breit.
Der Titel des Gesangbuches lautet: Württembergisches Gesangbuch enthaltend eine Sammlung reiner und kräftiger Lieder, welche ein hoch-fürstlicher Synodus zum Gebruch der Gemeinden aus dem heutigen Überfluss erlesen und angewiesen.
Die Lieder sind, wie im heutigen Gesangbuch auch, nach dem Kirchenjahr geordnet. Das Kirchenjahr beginnt mit dem ersten Advent. Deshalb kommen als erstes Advents- und Weihnachtslieder.
Unter anderem finden sich auch solche Lieder, die wir heute noch singen:
Nun komm, der Heiden Heiland
Wie soll ich dich empfangen
Mit Ernst, o Menschenkinder
Der Tag, der ist so freudenreich
Gelobet seist du Jesu Christ
Fröhlich soll mein Herze springen
 
3. Tauf- und Abendmahlsgeräte
Die Geräte bestehen aus Zinn, hergestellt wurden sie von Firma Kurtz aus Stuttgart. Der Spender ist uns unbekannt. Sie wurden vor mehr als 30 Jahren aus dem Gebrauch genommen. Ursprünglich wurden sie in der Kirche verwendet als so genannte „vasa sacra“ = Heilige Geräte.
Die Sammlung besteht aus zwei Abendmahlskannen, einer Taufschale, einer Wasserkanne und einer Kelchhülle aus Holz.
Inschrift auf der Taufkanne: „Wer das Himmelreich nicht empfängt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen.“

4. Die alten Tauf-, Ehe- und Sterberegister
Das älteste Register mit handschriftlichen Aufzeichnungen, wer getauft wurde, geheiratet hat und verstorben ist, stammt aus dem Jahr 1606. Ältere Register gibt es im Pfarramt nicht mehr. Sie sind vermutlich bei Zerstörungen oder Bränden abhanden gekommen.
Besonders eindrucksvoll ist das Jahr 1635. In diesem Jahr starben 275 Einwohner von Dornstetten an der Pest. Darunter auch zwei Pfarrer. Der dritte hat überlebt, der hieß Ulrich Etter.
Normalerweise reichte für die Sterbefälle eine Spalte pro Jahr im Buch aus. Im Jahr 1635 benötigte Pfarrer Etter 14 Spalten für die Sterbefälle. Die Tinte wird immer dünner. Wahrscheinlich hat der Nachschub gefehlt.

Das Konfirmandenregister vom Beginn des letzten Jahrhunderts an, zeigt die Anfänge der Fotografie in Dornstetten. Das erste Bild von einem Konfirmandenjahrgang stammt aus dem Jahr 1924. Von da an kann man wunderbar die Entwicklung der Konfirmandenmode beobachten.
 
Verfassser: Nicolai Günter, Silas Strähler, Siegfried Schanz
 
 






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