100 Jahre Posaunenchor Dornstetten

Posaunenchor Dornstetten im Jubiläumsjahr 2010

Der Posaunenchor Dornstetten konnte 2010 seinen 100. Geburtstag feiern. Seit so langer Zeit treffen sich Woche für Woche Bläserinnen und Bläser, um gemeinsam zu musizieren.

 

Neben dem Spaß mit dem Instrument und der Freude an der Musik gilt für die Bläser des Posaunenchors immer noch der Auftrag aus Psalm 150: „Lobet Gott mit Posaunen und Trompeten“. Dieser Aufforderung ist der Chor seit 100 Jahren verpflichtet: Gott zu loben mit Musik aus ganz verschiedenen Epochen und Stilrichtungen. Posaunenchöre gestalten aber nicht nur Gottesdienst mit, sondern sind auch bei missionarischen, diakonischen oder sozialen Anlässen unterwegs. Trotz einer gewissen musikalischen Bandbreite steht die Pflege des geistlichen Liedguts im Vordergrund. Vom reformatorischen Choral über afroamerikanische Spirituals und Gospels bis hin zu poporientierten Songs und Bearbeitungen aus heutiger Zeit reicht die Musikliteratur.

 

Die Ereignisse und der geschichtliche Wandel der letzten 100 Jahre waren immer eine Herausforderung für den Chor. Dazu zählen vor allem die zwei Weltkriege, die den Chor fast zerbrechen ließen. Zu den Anfängen des Dornstetter Posaunenchors hält die Chronik des evangelischen Männer- und Jünglingsvereins (später CVJM) folgendes fest:

„Als um die Jahrhundertwende in vielen Orten des Schwabenlandes Posaunenchöre entstanden, wurde auch unter den Mitgliedern des Evangelischen Männer- und Jünglingsvereins Dornstetten der Wunsch laut, einen eigenen Posaunenchor zu haben ... Ein Chor, der zur Ehre Gottes, zur Freude und Erbauung der Gemeindeglieder Musik machen würde ... Ein Chor der Eindruck machte und durch den viele Menschen mit dem Evangelium erreicht werden konnten.“

 

Als Gründer gilt Christian Neub, der 1910 mit großem Eifer die Ausbildung der ersten Bläser übernahm und so den Chor mit anfangs fünf Bläsern auf den Weg brachte. Nachfolger als Chorleiter wurde 1920 Hermann Kaupp. Ihm ist es zu verdanken, dass die Chorarbeit in der schwierigen NS-Zeit nicht zerbrach und nach dem Krieg wieder aufgenommen wurde. Die Chronik berichtet aus dieser Zeit:

„Auch die Arbeit des Posaunenchors kam mit der sofortigen Einberufung einiger Bläser fast zum Stillstand. ... Manchmal war das Turmblasen nur einstimmig zu hören, weil sonst kein Bläser mehr vorhanden war!“

 

Unter der Leitung von Hermann Meng von 1952 an, entwickelte der Chor einen hohen Leistungsstand. Fünf Jahre später übernahm Otto Wennagel das Dirigentenamt. Durch sein großes Engagement wuchs der Chor weiter an. Mit ihm wurde 1960 das 50-jährige Jubiläum gefeiert. Die Chormitglieder bildeten viele junge Bläser aus, gestalteten Gottesdienste mit und nahmen bei Veranstaltungen im Bezirk oder beim Landesposaunentag in Ulm teil.

 

Otto Wennagel übergab den Chor 1977 an seinen Sohn Manfred, der den Chor 27 Jahre erfolgreich weiterführte. Viele neu ausgebildete junge Bläserinnen und Bläser kamen dazu. Außer mit Choralmusik wurde der Chor auch mit neuen Stilrichtungen der 80-er und 90-er Jahre konfrontiert.

 

2005 wurde die Leitung des Chors aufgeteilt. Als Dirigent und musikalischer Leiter konnte Helmut Frey aus Pfalzgrafenweiler gewonnen werden. Die organisatorische Leitung liegt seither in den Händen von Martin Strähler.

 

Dem Anspruch aus Psalm 150 fühlen sich die 21 Bläser und Bläserinnen nach wie vor verpflichtet: Gott zu loben, mit großem, ehrenamtlichen Engagement, mit wohlklingenden Instrumenten, musikalisch auf Augenhöhe mit der Zeit.

Für Bläser gibt es keine Altersgrenze. Ältere und Junge gemeinsam, das gilt schon seit Beginn der Posaunenchorarbeit.